Im Jahr 1991 endete der durchgehende Personenverkehr auf der Eifelquerbahn. Danach pachtete die Vulkan-Eifel-Bahn (VUB) die Bahnstrecke ab dem Jahr 2000. Sie bot in den Sommermonaten verschiedene Ausflugsfahrten an. Wegen einer desolaten Brücke bei Pelm wurden ab dem 1. Januar 2013 alle weiteren Fahrten untersagt. Anfang 2021 erfolgte die offizielle Stilllegung des Streckenabschnitts von Kaisersesch nach Gerolstein (knapp 50km Länge).
Die Eifelquerbahn ist eine nicht elektrifizierte Bahnstrecke zwischen Andernach und Gerolstein. Sie führt von der Verkehrsachse am Rhein tief in die Eifel hinein. Die Eifelquerbahn wurde in mehreren Etappen eröffnet. Begonnen wurde mit dem Abschnitt Andernach – Niedermendig. Dieser Streckenteil ging am 1. April 1878 in Betrieb. Weitere Verlängerungen folgten und am 15. Mai 1895 war die Bahnstrecke durchgängig bis Gerolstein befahrbar. Die Strecke war nun 94 Kilometer lang und abgesehen von den ersten 15 Kilometern blieb sie stets eingleisig. Es bestanden Abzweigungen zu verschiedenen anderen Bahnstrecken.
Wie viele andere ländliche Linien gingen Ende der 80er Jahre die Fahrgastzahlen weiter zurück und der Fahrplan wurde immer dünner. Am 13. Januar 1991 wurde der Personenverkehr von Gerolstein bis Mayen West eingestellt. Der Güterverkehr folgte ein paar Jahre später Schrittweise: 1998 war zwischen Ulmen und Kaisersesch Schluß. Am 28. Mai 2000 folgte dann auch der Rest zwischen Mayen und Kaisersesch. Es blieb nur noch der Zugverkehr zwischen Andernach und Mayen (26km der 94km). Nach einer europaweiten Ausschreibung wurde hier der Personenverkehr an das Unternehmen trans regio vergeben. Versuchsweise wurde der Personenverkehr wieder über Mayen hinaus bis nach Kaisersesch verlängern. Die Verlängerung wurde beibehalten und in der Folge erhielt Kaisersesch auch einen neuen Bahnhof. Seitdem besteht tagsüber wieder ein Stundentakt von Kaisersesch bis an den Rhein nach Andernach.
Die in Gerolstein ansässige Vulkan-Eifel-Bahn pachtete ab dem Jahr 2000 die Strecke von Gerolstein bis nach Kaisersesch und versuchte mit Ausflugs,- und Veranstaltungsfahrten die Strecke wiederzubeleben. Auch wurde der Holztransport wieder auf die Schiene geholt. Die Fahrten der VEB dauerten hier schließlich bis zum Jahr 2012 an. Es war die Kyllbrücke bei Streckenkilometer 91,1 die mit ihrem desolaten Zustand einen weiteren Zugverkehr auf der Strecke verhinderte. Zum 1. Januar 2013 wurde der Zugverkehr auf der Strecke unmöglich. Seitdem sind viele Studien und Pläne geschmiedet worden, um die Strecke zu sanieren und ein neues Fahrplankonzept zu gestalten. Die nötigen Investitionen für eine Wiederinbetriebnahme belaufen sich (je nach Konzept) auf ca. 40 Millionen Euro. Auch andere Nutzungskonzepte vom Radweg bis hin zur Nutzung mit Fahrraddrasinen erblickten das Licht der Welt. Bis zuletzt bleibt jedoch die Zukunft der Bahnstrecke ungewiss. Im Januar 2019 schrieb die Vulkan-Eifel-Bahn zwecks Abgabe die Strecke zwischen Kaisersesch und Gerolstein aus. Da sich kein Nachfolger fand, wurde dieser Streckenabschnitt Mitte Februar 2021 stillgelegt. Durch einen Trassensicherungsvertrag ist der Abbau der Bahnstrecke vorerst nicht vorgesehen.
Stellenweise hoffnungslos zugewachsen
Für eine Streckenwanderung von Kaisersesch bis Gerolstein ist eine Streckenlänge von knapp 50 Kilometern abzuschreiten. Größte Unterwegsorte stellen Ulmen und Daun dar. Eine erste Planung die Bahnstrecke bereits im Frühjahr 2020 zu bewandern scheiterte an der Corona-Pandemie. Das nächste Zeitfenster Ende März 2021 passte dagegen auch wettertechnisch sehr gut. Die letzten Zugfahrten lagen zu diesem Zeitpunkt nun 8 Jahre zurück. 8 Jahre in denen nicht in den Freischnitt der Strecke investiert wurde, umgefallene Bäume und andere Hindernisse nicht mehr beseitigt wurden. Mit den anfangs anvisierten 2 Wandertagen war es daher nicht möglich die Strecke zu bereisen – zu viele entwurzelte Bäume waren auf die Schienen gefallen, ganze Geländeeinschnitte nicht mehr begehbar, da hoffnungslos zugewachsen. Auch bereits im März war hier stellenweise kein Durchkommen mehr. In den Sommermonaten wäre das Unternehmen gleich noch viel hoffnungsloser gewesen. Es waren schließlich 4 Tage die ich benötige, um bis nach Gerolstein zu gelangen. Dabei lief ich knapp 95% der Strecke tatsächlich auf dem Bahndamm ab. Nur dort wo es wirklich nicht anders ging, verließ ich das Streckengleis und wählte Alternativrouten. Das Ergebnis ist ein großer Bilderbogen, den ich den kommenden Monaten bearbeiten und beschriften werde.
Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Eifelquerbahn
https://de.wikipedia.org/wiki/Vulkan-Eifel-Bahn_Betriebsgesellschaft















Hallo lerailwalker,
Mein Cousin (14) und ich (auch 14) haben vor die Strecke zwischen Kaisersesch und Gerolstein in zwei Tagen zu komplett abzulassen. Am ersten Tag haben wir vor bis Darscheid zu laufen und am zweiten bis Gerolstein. Da die Strecke ja 2021, kurz nach ihrem Besuch wegen der Flut im Ahrtal und der darauffolgenden Evakuierung eines Zuges aus Gerolstein, freigeschnitten wurde, sehen wir dies auch als einigermaßen realistisch an. Zusätzlich sind wir die erste Etappe auch schon testweise abgelaufen.
In acht Stunden hat das hat gut geklappt und mit ein wenig Vorbereitung waren wir auch relativ schnell unterwegs.
Trotzdem würden wir gerne Ihre Erfahrungen nutzen und einmal fragen an welchen Stellen sich besonders viel Vegetation gebildet hat und welche Alternativrouten sie genutzt haben.
Falls Sie interessiert sind, habe ich unten auch einen kleinen Bericht unserer Erfahrungen angefertigt.
Ich wäre bei Bedarf auch in der Lage einen detailliertere Bericht oder eine Karte, mit den entsprechenden Informationen anzufertigen.
Mit freundlichen Grüßen,
Tristan und Tiziano, zwei interessierte Wanderer
Kurzbericht:
Zwischen Kaisersesch und Laubach sind wir ziemlich gut vorangekommen.
(ca. 5km/h)
Außer einigen kleinen Brombeersträuchern war die Strecke angenehm zu laufen.
Im weiteren Verlauf zum Bahnhof Uersfeld hat sich das bis zur Autobahnbrücke nicht verändert, jedoch war die Strecke extrem zermürbend, da sie quer durch einen Forst ging und an lauten Industrieanlagen vorbeiging.
Etwas dichteres Buschwerk hatten wir vor allem in der Nähe des Basaltsteinbruches.
Bis nach Höchstberg war die Strecke ziemlich schön, wurde jedoch immer wieder mit kleineren Dornengruppen durchzogen.
Auch bis Ulmen war die Strecke absolut machbar. Es gab drei Dornenteppiche, die alle nicht angenehm waren, aber einer speziell kann einen ungelösten Wanderer eventuell leicht zum aufgeben bringen. Falls die Dornen einem zu dicht sind, kann man trotzdem auf einem Großteil der Strecke auch neben den Bahngleisen auf dem grünstreifen zur Landstraße gehen.
Nachdem wir Ulmen souverän durchquert hatten wurde es deutlich schlimmer.
Wir wussten durch frühere Wanderungen, dass die Strecke
Ulmen-Darscheid sehr unangenehm zu laufen ist also gingen wir mit der richtigen Einstellung an den Abschnitt heran, aber schnell zusammengefasst gibt es bis Berenbach fast durchgehend Kniehohes Dornengestrüpp, bis Utzerath dann daneben noch Meterhohe Brennnesseln und auf dem letzten Abschnitt das gleich Bild, nur etwas ausgedünnter und mit einigen Büschen zwischendrin. Dabei gibt es durchaus begehbare Abschnitte aber selten länger als 1 km.
Wir wussten das und konnten alles durchqueren, aber ohne die richtige Ausrüstung ist dieser Abschnitt besser nicht zu begehen.
Aus einer weiteren Wanderung wissen wir, dass von Darscheid nach Daun kaum Vegetation ist und der Abschnitt dem ersten Abscnnitt, zwischen Kaisersesch und Laubach ähnelt.
Falls Sie das alles bis zum Ende gelesen haben, wünsche ich Ihnen nochmals einen schönen Tag,
Tristan
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Hallo Tristan.
ich bin fast etwas erschrocken, wie schnell die Natur nach dem Freischnitt wieder auf dem Bahndamm der Eifelquerbahn Fuß gefasst hat. Diese nervigen Brombeersträucher kenne ich von meinen Reisen. Wenn es große Teppiche sind, so kann man sie teilweise noch gut niedertreten, wird dadurch aber sehr langsam.
Wenn es jetzt schon wieder so schlimm ist, sehe ich auch keine Möglichkeit im kommenden Frühjahr 2024 nochmal zur Strecke zu fahren. Die Brombeeren sind Immergrün. Nur die Brennnesseln wären dann weg. Jetzt im Oktober war ich für zwei Wochen in Frankreich unterwegs. Die Strecken hier waren überwiegend erst seit knapp einem Jahr ohne Verkehr, da hatte ich Glück.
Ich hoffe, Ihr hattet eine schöne Tour auf der Strecke. Sehenswert ist sie allemal. Ich erinnere mich an ein schönes Hangviadukt hinter Hohenfels mit drei gemauerten Bögen, welches man aus dem Fenster eines Zuges gar nicht bemerkt. Nur bei einem Spaziergang kann man das nette Bauwerk entdecken.
Vielen Dank für Eure Rückmeldung.
Christian
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