Cahors – Capdenac 2009

Die 70,3 km lange Eisenbahnlinie von Cahors nach Capdenac wurde 1886 nach 6 jähriger Bauzeit eröffnet. Alleine auf dem ca. 35km langen Abschnitt von Cahors nach Cajarc überquert die Eisenbahn vier mal den Fluss Lot und führt durch mehrereTunnels. Der Aufwand mit dem diese eingleisige Strecke durch das Lottal gebaut wurde ist heute völlig unverständlich. Umso beachtlicher ist es, was für eine Mühe betrieben wurde um die Eisenbahn harmonisch und die Landschaft einzubetten. Tunnelportale und Brücken sind noch heute gut erhalten und allesam schön anzusehen.

Schon recht früh war die Bahnstrecke von der drohenden Stilllegung betroffen. Ende der 80er Jahre wurde nun auch der Güterverkehr eingestellt. Im Jahr 1993 übernahm ein Verein einen Teil der Strecke. Durch den Tourismus im Lottal konnte der Verein Quercyrail einen Touristenbetrieb mit Sonder und Gruppenfahrten aufrecht erhalten. Jedoch, für die Saison 2004 forderte die SNCF jedoch die Erneuerung von über 1000 Schwellen, wozu der Verein nicht die finanziellen Mittel besaß. Seit 2004 ist damit der Betrieb eingestellt und die von der SNCF an Quercyrail übergebenen Triebwagen stehen abgestellt im Bahnhof St. Gery. Derzeit wird noch immer mit den Städten und Gemeinden nach einem neuen Konzept für die Strecke gesucht. Auch war im Gespräch aus teilen der Trasse einen Radweg zu machen. Die Vorhandenen Kunstbauten, Brücken, Tunnelportale und die Trassenführung machen den Reiz dieser kleinen Bahnlinie aus. Gerade die Kunstvollen Brücken und Unterführungen sind von hohem handwerklichen Geschick und sind eine sehenswerte Attraktion. Das Lottal ist erschlossen von Fernwanderwegen und Wanderunterkünften (so genannten „Gite de Etape“, beispielsweise in Saint-Cirq-Lapopie und Cajarc). Eine Vielzahl von Campingplätzen rundet das Angebot ab.

Am 10.06.2008 begann meine Wanderung durch das Lot Tal entlang des Flusses. Immer wieder kreuzte mein Weg die Bahntrasse. Viele Teile der Strecke blieben mir jedoch verborgen, da mich der ausgeschilderte Wanderweg oftmal woanders entlang führte.
Im Sommer 2009 kehrte ich für eine Woche zurück. Ausgerüstet mit einer guten Wanderkarte im Maßstab von 1/25000 war es nun ein Kinderspiel die eingleisige Bahnlinie zu folgen. Nicht mehr begehbare Passagen konnte ich leicht umgehen. Über 4 Tage versuchte ich der Bahntrasse so dicht wie möglich zu folgen und wo immer es möglich war, wanderte ich auf dem tatsächlichen Gleisbett.

Eine vierteilie bebilderte Fotoreportage veröffentlichte ich im Internetforum Drehscheibe-Online:

[Teil 1] [www.drehscheibe-foren.de] Cahors – St. Gery
[Teil 2] [www.drehscheibe-foren.de] St. Gery – St-Martin-Labouval
[Teil 3] [www.drehscheibe-foren.de] St-Martin-Labouval – Montabrun
[Teil 4] [www.drehscheibe-foren.de] Montabrun – Capdenac

Online Album: 141 Fotos *online*

Update 2017: Auch im Jahr 2017 wird noch immer über den weiteren Verwendungszweck der Strecke gestritten. Dem Zustand der Strecke hilft dies keinesfalls. Im Jahr 2012 wurden die ehemaligen Mueseumszüge und fast alles andere rollende Material auf der Schiene abtransportiert und verschrottet. Nur ein Triebwagen und eine Motordraisine im Bahnhof Cajarc sind erhalten geblieben. Die Strecke wächst immer weiter zu und verfällt.

Update 2020: Die Bahntrasse liegt weiterhin brach und es gibt keine neuen Aktivitäten. Gespräche für eine Umgestaltung in einen Radweg sind hin und wieder zu vernehmen.

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