Oloron-Ste-Marie – Canfranc 2011

Streckenwanderung vom Mai 2011

Der von mir besuchte Streckenabschnitt ist Teil der Bahnstrecke Pau–Canfranc, mit der Verlängerung ins spanische Saragossa. Dies ist die letzten Episode meiner langen Frankreichreise im Mai 2011.

Eine der überdachten Hallen in Canfranc

Die Planungen für den Bau der Strecke gehen auf das Jahr 1853 zurück. Pläne die Pyrenäen zu überqueren gab es viele. Die Strecke nach Canfranc ist eine der wenigen realisierten VErbindungen. Die Bauzeit der gesamten Strecke mit ihren 23 Tunnel und den Viadukten dauerte von 1902 bis 1927. Auch während des ersten Weltkriegs wurden die Bauarbeiten nicht unterbrochen. Am 8 Kilometer langen Somport-Tunnels wurde von 1908 bis 1918 gearbeitet. Die französische Strecke wurde von Anfang an mit 1500 Volt Gleichstrom elektrifiziert. Die Strecke dürfte heute vor allem wegen des Bahnhof Canfranc bekannt sein, welcher aus der spanischen Seite als großer Grenzbahnof angelegt wurde und heute reichlich überdimensioniert wirkt. Da zwischen der Europäischen Normalspur (1435 mm) und der spanischen Breitspur (1668 mm) alle Güter umgeladen werden mussten, war der Bahnhof mit 27 Gleisen entsprechend groß angelegt. Es gab Zollgebäude, ein Hotel und ausreichend Lagerhallen. Für die Behandlung der Fahrzeuge war ein Bahnbetriebswerk angegliedert, es gab einen Ringlokschuppen und eine Wagenhalle. Die Gleisanlagen wiesen eine Gesamtlänge von 27 km auf sowie Lange überdachte Bahnsteige von insgesamt 1,2 km Länge (Bahnsteigüberdachungen im Umfang von 20.000 Quadratmetern).

Die Strecke konnte nach ihrer Eröffnung 1927 nie die in sie gesreckren Erwartungen erfüllen. Da waren zum Einen die Steigungen von bis zu 43 ‰, die eingleisige Betriebsführung und der Wechsel der Spurweiten. Allr diese Umstände verringerten die Durchlässigkeit der Strecke. Als 1970 auf französischer Seite bei einem Unfall eine Brücke zerstört wurde, nutzte die französische Eisenbahn diese Unterbrechung dazu, die Strecke Stück für Stück einzustellen.

In einem der Tunnel

Der Bahnhof Canfranc ist heute nur noch als Kopfbahnhof in Betrieb und wird von ca. 3 Zugpaaren am Tag von Spanien aus angesteuert. Die großen Gleisflächen und überdachten Abstellhallen wurden von der Spanischen Eisenbahn zum Abstellen ausrangierter Wagen verwendet. Zusammen mit den verlassenen Gebäuden entstand aus dem ganzen Bahnhofsareal ein großer Abenteuerspielplatz, der regelmäßig Fotografen und andere Neugierige anzieht. Das Areal wird an der Zugangsseite dominiert vom riesigen Empfangsgebäude. Nach vielen Jahren Verfall und Leerstand wurde in den vergangenen Jahren das Dach saniert um den Verfall einzudämmen. Seit einigen Jahren ist das Gebäude zudem von einem Zaun umgeben. Die Zeiten, in denen man sich umgestört in dem riesigen Gebäude umsehen konnte, sind damit leider vorbei.

In den vergangenen Jahren gab es zunehmende Initiativen die Strecke zwischen Oloron und Canfranc wieder zu eröffnen. Im Sommer 2016 wurde nach großem baulichen Aufwand der 25 Kilometer lange Abschnitt zwischen Oloron und Bedous wiedereröffnet. Für die verbleibenden 33 Kilometer gibt es immerhin schon Untersuchungen. Hier wurde für eine Begutachtung die Strecke freigeschnitten, nachdem sir über Jahrzehnte sich selbst überlassen wurde.

Ein Unfall mit einer zerstörten Brücke führte im Jahr 1970 zur Aussetzung des Zugverkehrs

 Eröffnung der Strecke: 11. Juli 1928 in Anwesenheit des spanischen Königs Alfons XIII 

  • Länge: 58km, eingleisig mit 1500 Volt Gleichstrom
  • Einstellung Personenverkehr und Güterverkehr: Canfranc – Bedous: 1970
  • Einstellung Personenverkehr und Güterverkehr: Bedous – Oloron-Sainte-Marie : 1980
  • Betrieb aktuell: Verkehr ausgesetzt, Strecke ist nicht stillgelegt
  • Wiedereröffnung Oloron-Sainte-Marie – Bedous (Sommer 2016)

Die Fotos der Streckenwanderung und die Streifzüge über das Bahnhofsareal in Canfranc verteile ich auf 8 Posting im Forum auf Drehscheibe-Online. Alle Fotos gemeinsam gibt es im Fotoalbum auf Google Photos: 677 Fotos *online*

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